Glücksspiel ist für Erwachsene ab 18+ gedacht und sollte Unterhaltung bleiben. Wenn Spielen zum Problem wird, hat das ernste Folgen – finanziell, emotional und sozial. Diese Seite bietet keine Therapie, aber praktische Hinweise und Anlaufstellen für Betroffene und Angehörige.
Verantwortung beginnt bei der Entscheidung, ob und wie viel Sie spielen. Niemand außer Ihnen kann diese Grenze ziehen.
Eine praktische Checkliste
- Legen Sie vor dem Spielen ein Budget fest, das Sie sich leisten können zu verlieren – ohne Kredite, ohne Geld für Miete oder Lebensmittel.
- Setzen Sie sich ein Zeitlimit. Stellen Sie einen Timer, wenn es hilft.
- Spielen Sie nicht, um Verluste zurückzugewinnen. Das ist der schnellste Weg in die Spirale.
- Machen Sie Pausen. Mindestens 15 Minuten pro Stunde – stehen Sie auf, trinken Sie etwas, wechseln Sie den Raum.
- Spielen Sie nicht unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. Das trübt die Entscheidungsfähigkeit.
- Nutzen Sie die Selbstsperr-Funktionen, die seriöse Anbieter zur Verfügung stellen: Einzahlungslimits, Verlustgrenzen, Auszeiten.
- Führen Sie ein Spieltagebuch. Notieren Sie Zeit und Geld – das macht Muster sichtbar.
- Reden Sie mit Menschen, denen Sie vertrauen, über Ihr Spielverhalten. Geheimhaltung ist ein Warnsignal.
Wann hört der Spaß auf?
Problematisches Spielen entwickelt sich schleichend. Warnsignale sind: Sie denken ständig ans Spielen, lügen über Verluste, vernachlässigen Arbeit oder Familie, borgen Geld oder verkaufen Besitz, um weiterzuspielen. Sie fühlen sich schuldig, können aber nicht aufhören.
Wenn mehrere dieser Punkte zutreffen, holen Sie sich professionelle Hilfe. Das ist kein Versagen, sondern der einzige Weg aus dem Kreislauf.
Hilfsorganisationen in Deutschland
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) betreibt die kostenlose Rufnummer 0800 1 37 27 00 (Mo–Do 10–22 Uhr, Fr–So 10–18 Uhr) und die Website check-dein-spiel.de. Dort finden Sie anonyme Beratung, Selbsttests und Informationen zu Therapiemöglichkeiten.
Lokale Suchtberatungsstellen gibt es in jeder größeren Stadt – oft mit kurzfristigen Terminen und ohne Wartezeit. Die BZgA-Datenbank hilft bei der Suche nach Anlaufstellen in Ihrer Nähe.
Angehörige finden Unterstützung bei Organisationen wie Al-Anon oder spezialisierten Beratungsstellen für Familien.
Werkzeuge, die Spieler nutzen können
Seriöse Online-Casinos bieten Kontrollmechanismen: tägliche, wöchentliche oder monatliche Einzahlungslimits, Verlustgrenzen, Sitzungserinnerungen und Selbstsperren von 24 Stunden bis zu mehreren Monaten. Nutzen Sie sie, bevor ein Problem entsteht.
In Deutschland gibt es die zentrale OASIS-Sperrdatei, über die Sie sich selbst für alle lizenzierten Anbieter sperren lassen können. Die Sperre ist verbindlich und kann nicht vorzeitig aufgehoben werden.
Software wie Gamban oder BetBlocker blockiert Glücksspiel-Websites auf Ihren Geräten. Die Installation ist einfach und teilweise kostenlos.
Wenn Sie nicht weiterkommen, ist der erste Schritt, den Sie gehen, wichtiger als der perfekte Plan. Rufen Sie an, schreiben Sie eine E-Mail, gehen Sie in eine Beratungsstelle. Es gibt Menschen, die Ihnen zuhören, ohne zu urteilen.